Homocystein

Fachbereich
ZLM Klinische Chemie
Bereich
ZLM Klinische Chemie
Klinische Information

Abklärungen - bei Vitamin B12- und Folsäure-Mangelzuständen - bei Malabsoptions-Syndromen und bei Homocystinurie - für die Risikobeurteilung von kardiovaskulären Erkrankungen - für die Abklärung von Störungen der Remethylierung und Desulfonierung Homocystein gilt als sensitiver Marker eines Folsäure-Mangels (Devalia et al. 2014). Vitamin B12-Mangel erhöht ebenfalls Homocystein und zusätzlich Methylmalonsäure (Devalia et al. 2014). Die Beurteilung Homocystein kann erschwert sein, weil neben Folsäuremangel auch weitere Faktoren Homocystein erhöhen können wie z.B. B12-Mangel, B6-Mangel, Niereninsuffizienz, Hypothyreose, sowie Polymorphismen und genetisch bedingter Enzymmangel im Folatstoffwechsel oder Homocysteinstoffwechsel z.B. MTHFR-Polymorphismen (Devalia et al. 2014, Thomas, 2020, Clarke et al., 2003). Stark erhöhte Homocysteinwerte im Plasma über 30 µmol/L finden sich vor allem bei genetisch bedingtem Enzymmangel oder eingeschränkter Nierenfunktion (Thomas, 2020), Serum-Folsäure und B12 können dabei normal sein. Die Beurteilung des Folsäurestatus sollte immer parallel mit der Beurteilung des Vitamin B12-Status erfolgen. Alimentärer Folsäuremangel kann auftreten bei: 1. Zu geringer Folsäureaufnahme 2. Malabsorption von Magen und Darm 3. Schwangerschaft 4. Medikamente 5. Chron. Alkoholismus In den meisten Laboratorien der USA gelten 15 µmol/l als Cutoff für normalen Homocysteinspiegel, in europäischen Laboratorien wird häufig Cutoff <12 µmol/l verwendet (Packungsbeilage Roche). Wir geben für Erwachsene orientierend einen Referenzwert <15 µmol/l an. In Referenzwertstudien wurden bei Populationen ohne Folsäure-Nahrungsmittelergänzung folgende typischen Homocystein-Werte beschrieben (Packungsbeilage Roche): Alter bis 15 Jahre: <10 µmol/l 15 Jahre bis 65 Jahre:<15 µmol/l Ab 65 Jahre <20 µmol/l Schwangerschaft: Schwangere erhalten i.d.R. Folsäurehaltige Präparate im Rahmen der Spina bifida Prophylaxe (diese senken auch Homocystein. Bei Schwangeren wurden typische Homocysteinwerte <10 µmol/l beschrieben, bzw. mit Folsäureergänzung typische Werte <8 µmol/l). Störfaktoren: Die Einnahme von Methotrexat, Carbamazepin, Phenytoin, Distickstoffoxid, Antikonvulsiva oder 6-Azuridintriacetat beeinflussen den Homocystein-Stoffwechsel und können zu erhöhten Homocystein-Konzentrationen führen. S-Adenosyl-Methionin SAM interferiert mit dem Assay (die tiefen Konzentrationen im normalen Serum stören jedoch nicht). Des weiteren stören können : 0.5 mmol/L Glutathione, 100 µmol/L Cystathionine, 0.5 mmol/L Pyruvate (Packungsbeilage Roche).

Methode
Enzymatischer Farbtest (Roche)
Probenmaterial
Blut
Probengefäss
S-Monovette Lithium-Heparin Gel orange (4.7 ml)
Probenentnahme
Sofort ins Labor schicken. Im unzentrifugierten Vollblut steigt Homocystein ca. 1 µmol/l pro Stunde an (Refsum, 2004).
Postversand
ungekühlt per Express, Kurier oder A-Post
Frequenz
7x24h
Weitere Informationen
Es ist wichtig, die Blutproben unmittelbar nach der Entnahme zu zentrifugieren, um das Plasma von den Blutzellen zu trennen. Ist eine sofortige Zentrifugation nicht möglich, die Blutproben nach der Entnahme auf Eis lagern und innerhalb einer Stunde zentrifugieren.
Verrechnung
1x 02.1422.00 EAL HOMOCYSTEIN